Hepatitis C

Weltweit sind 150 Millionen oder drei Prozent aller Menschen mit Hepatitis C (HCV) infiziert. Jedes Jahr stecken sich drei bis vier Millionen Menschen neu an. In der Schweiz leben etwa 50’000 bis 80’000 Personen mit einer Hepatitis-C-Infektion. Damit ist diese Form der Hepatitis der häufigste Typ. In Industrieländern sterben mehr Menschen an einer Hepatitis-C-Infektion als an HIV.

Hepatitis C wird oft unterschätzt, da die Infektion in der Regel symptomlos verläuft. Die meisten Betroffenen bemerken lange nichts von einer Infektion. Bis sich eine Leberzirrhose entwickelt, dauert es meist mehrere Jahre bis Jahrzehnte. Auch die öffentliche Aufmerksamkeit ist trotz der hohen Zahl Betroffener gering. Die WHO spricht deshalb von einer «stillen Epidemie».

Nur bei einer Minderheit von 10 bis 20 Prozent aller Infizierten heilt die Hepatitis C spontan aus, bei den meisten entwickelt sich eine chronische Infektion. Bei 5 bis 30 Prozent entwickelt sich eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber). Diese Betroffenen haben ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs. Eine chronische Hepatitis C ist der häufigste Grund für eine Lebertransplantation.

Übertragung
Die Virusübertragung erfolgt im Wesentlichen durch kontaminiertes Blut, vor allem beim Nadeltausch intravenös konsumierende Drogenabhängige, in seltenen Fällen auch durch Geschlechtsverkehr oder von der Mutter zum Neugeborenen.

Risikogruppen
Die meisten infizierten Personen in den 1980er-Jahren waren und sind bis heute intravenös konsumierende Drogenabhängige (60 bis 80 Prozent aller Neuinfektionen). Heute nimmt jedoch die Übertragung bei Männern, die Sex mit Männern haben, zu. Daneben gibt es viele Menschen, die vor langer Zeit mit Bluttransfusionen infiziert wurden, bevor es Bluttests gab. Dies betrifft vor allem Menschen mit den Jahrgängen 1955 bis 1975, die vor 1990 bei Spitalbehandlungen mit Blutprodukten in Kontakt gekommen sind. Denn erst 1988 gelang der Nachweis des Hepatitis-C-Virus.

Symptome
Die Inkubationszeit für Hepatitis C beträgt zwei Wochen bis sechs Monate. Allerdings zeigen 80 Prozent der Infizierten gar keine Symptome. Akute Symptome können Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, dunkler Urin, graufarbener Stuhl, Gelenkschmerzen und Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und der Augen) sein. Weil die HCV-Infektion klinisch über Jahre bis Jahrzehnte stumm bleibt, weiss nur ein Teil der Betroffenen von der Infektion. Dies betrifft etwa die Hälfte der auf 50’000 bis 80’000 geschätzten infizierten Personen in der Schweiz. Nach einer Heilung gibt es keine schützende Immunität, ein Betroffener kann sich wieder infizieren.

Diagnose
Die Diagnose basiert auf dem Nachweis spezifischer Antikörper, die das Immunsystem gegen das Virus erzeugt. Zusätzlich wird der genetische Hintergrund des Virus mittels einer komplexen und teuren Methode nachgewiesen. Heute sind sieben verschiedene und als Genotypen 1 bis 7 bezeichnete Formen des HCV mit über 80 Subtypen bekannt. In der Schweiz sind die Genotypen 1 bis 4 relevant und der Genotyp 1 am häufigsten. Die Zahl der gemeldeten Fälle von akuter Hepatitis C (Arzt- und Labormeldungen an das BAG) stagniert seit 1992 bei 50 bis 65 Fällen pro Jahr. Die wirkliche Zahl neuer Fälle dürfte viel höher sein.

Prävention
Es steht keine Impfung gegen Hepatitis C zur Verfügung. Das Ansteckungsrisiko kann reduziert werden, indem auf das Austauschen von Nadeln, Zahnbürsten, Rasierklingen und Nagelscheren verzichtet wird. Es ist ratsam, Tätowierungen oder Piercings nur von Tattoo-Studios vornehmen zu lassen, welche die Hygienestandards des BAG einhalten.

Therapie
Eine chronische Hepatitis-C-Infektion ist heute grundsätzlich heilbar. Bis vor kurzem war die Standardbehandlung oft eine Kombination von Interferon und Ribavirin. Diese Therapien sind körperlich und psychisch eine grosse Belastung. Gezielter und erfolgreicher wirken die zahlreichen neuen antiviralen Wirkstoffe, die mit und ohne Interferon und/oder Ribavirin eingesetzt werden, untereinander kombiniert werden können, hochwirksam sind und wenige Nebenwirkungen verursachen.

Für weitere Informationen: www.hepatitis-schweiz.ch/de/hepatitis-c